Wärme im Wandel:
Chancen für Industrie und Kommunen

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Bild von Johannes Herth

Wärme, aber bitte klimaneutral! Die Dringlichkeit, klimafreundliche Lösungen zu finden, nimmt zu – und das liegt nicht nur an den Klimazielen. Auch die steigenden Preise für fossile Brennstoffe machen Druck: Haushalte, Industrie und Unternehmen spüren die Belastung in ihren Budgets. Die Wärmewende will hier Abhilfe schaffen und das Heizen effizienter und CO₂-ärmer gestalten. Das Gesetz zur Wärmeplanung und Dekarbonisierung der Wärmenetze fordert Städte und Kommunen daher auf, Pläne für den Ausbau klimafreundlicher Wärmenetze zu entwickeln. Das schafft Planungs-, Versorgungs- und Investitionssicherheit, von der auch die Industrie profitieren könnte.

 

Lokale Wärmequellen gesucht

Deutschlands Wärmenetze sollen bis 2045 klimaneutral sein. Dazu prüfen Städte und Kommunen den Ausbau von Fernwärmenetzen und dezentralen Nahwärmekonzepten. Vielerorts ist die kommunale Wärmeplanung in Arbeit oder bereits abgeschlossen. Vor allem Energiequellen in der direkten Nachbarschaft von Verbraucher*innen sind gefragt – zum Beispiel Rechenzentren oder Industrieanlagen, die Abwärme produzieren. Über einen Wärmetauscher kann diese Wärme ins Wärmeleitungssystem übertragen werden und entweder zum bestehenden Kraftwerk oder in ein kleines Netz für nahegelegene Abnahmestellen geleitet werden. Auch alternative Wärmequellen wie Luft, Geothermie und Gewässer können mithilfe von Großwärmepumpen genutzt werden. Diese Art der Wärmebereitstellung spart Platz und fossile Brennstoffe – eine smarte Lösung für dicht besiedelte Gebiete.

Gemeinsam emissionsfrei

Einige, große Industriestandorte nutzen ihre Abwärme bereits für nachgelagerte Prozesse im Verbund und zur Beheizung von angrenzenden Büro- oder Wohnkomplexen. Doch nicht jeder Standort verbraucht seine Abwärme vollständig. Das eröffnet Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Stadtwerken und Kommunen, die vom Bund Fördermittel erhalten, um ihre Wärmeplanung in die Tat umzusetzen.

Ein weiterer vielversprechender Ansatzpunkt für die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Stadtwerken ist die Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien. Um diese Projekte wirtschaftlich umsetzen zu können, benötigen Energieerzeuger verlässliche industrielle Abnehmer. In Stuttgart wird beispielsweise eine Wasserstoffpipeline gebaut, die Esslingen und Stuttgart vernetzen soll. Industrieunternehmen könnten bei derartigen Projekten als geeigneter Partner und verlässlicher Abnehmer mitwirken. Damit würden sie nicht nur die Projekte der Stadtwerke unterstützen, sondern auch ihre eigene Energieversorgung klimafreundlicher gestalten – eine Win-Win-Situation, die bares Geld spart.

Transformation im Fokus

Die Physik lässt sich nicht austricksen: Bei jeder Energieumwandlung entstehen schwer oder nicht nutzbare Energieformen, also zunächst “verlorene” Energie, die oft nicht weiter genutzt wird. Das trägt zu einem geringeren Wirkungsgrad der eingesetzten Ressourcen bei. Die Dekarbonisierung und Nutzung von Abwärme stehen bei Industrieunternehmen daher schon länger auf der Agenda. Steigende Energie- und CO₂ -Kosten sowie gesetzliche Vorgaben machen sie noch dringlicher. Es ist an der Zeit, Transformationsprozesse anzustoßen. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Industrie, Stadtwerken und Kommunen zahlt sich aus – vor allem, da die Nachfrage nach klimafreundlicher Wärme mit der politischen Debatte kräftig an Fahrt aufnimmt. Immer mehr Menschen möchten ihre Gebäude ans Wärmenetz anschließen. Stadtwerke sehen sich bereits mit einer Flut an Anfragen konfrontiert, wie wir von einem unserer Kunden erfahren durften.

In diesem Zusammenhang kann und sollte die Industrie sowohl als Anbieter als auch als Abnehmer klimafreundlicher Wärme auftreten. Der Ausbau und die Transformation der Wärmenetze liegen jedoch vor allem in den Händen von Stadtwerken und Kommunen. Schon in der Anfangsphase eines Projekts müssen sie entscheidende Faktoren im Blick haben, insbesondere das Fördermittelmanagement und die komplexen Genehmigungsverfahren, die je nach EU-, Bundes- oder Landesförderung variieren. Gleichzeitig ist es entscheidend, alle relevanten Stakeholder mit ins Boot zu holen und eine solide Projektorganisation sowie eine präzise Terminplanung zu etablieren.

Professionelles Projektmanagement ist hier unerlässlich – gerade, wenn es darum geht, die vielschichtigen Prozesse rund um Fördermittel und die Koordination verschiedener Akteure zu meistern. In dieser Rolle moderieren wir die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Stadtwerken und Kommunen, damit der Ausbau klimaneutraler Wärme ohne Hindernisse vorankommt.

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Johannes Herth
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